e-Portfolio von Michael Lausberg
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Klinkhardt Verlag, Bad Heilbrunn 2015, ISBN: 978-3-7815-2067-7

PĂ€dagogik und Bildung Teil 2

Im Folgenden werden wichtige und aktuelle BĂŒcher aus dem Bereich PĂ€dagogik, Schule und Bildung von verschiedenen Verlagen vorgestellt, die es wert sind, besprochen zu werden.

Jens Brachmann: ReformpÀdagogik zwischen Re-Education, Bildungsexpansion und Missbrauchsskandal. Die Geschichte der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime 1947-2012, Klinkhardt Verlag, Bad Heilbrunn 2015, ISBN: 978-3-7815-2067-7

Die im Jahre 2010 in der breiten Öffentlichkeit bekannt gewordene sexuelle Gewalt in der Vergangenheit und der Gegenwart an reformpĂ€dagogischen Internaten waren der Anlass, sich mit der Geschichte der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime 1947-2012 auseinandersetzen. Das Ergebnis ist dieses umfangreiche Buch ĂŒber pĂ€dagogische Institutionengeschichte.

Neben der Darstellung der Institutionengeschichte sollte mit diesem Forschungsdesiderat „aber auch Material fĂŒr eine Expertise aufbereitet werden, um den Dachverband der Reforminternate bei der Organisationsentwicklung eines neuen, tragfĂ€higen und vor allem glaubwĂŒrdigen institutionelles Verbundes zu unterstĂŒtzen, die bekannt gewordenen VorfĂ€lle sexuelle Gewalt (
) systematisch aufzuarbeiten und bei der Entwicklung prĂ€ventiver Maßnahmen gegen Missbrauch in pĂ€dagogischen Einrichtungen zu helfen.“ (S. 19)

Im ersten Kapitel wird die Tradition der Landerziehungsheimbewegung aus pĂ€dagogischer Sicht dargestellt. Außerdem werden die Vorsitzenden und Vorstandsmitglieder des Verbandes prĂ€sentiert. Danach geht es um maßgebliche Akteure, die „das Konzept der Landerziehungsheime nach 1945 profiliert, reprĂ€sentiert und nach außen vertreten haben.“ (S. 25) Im nĂ€chsten Kapitel werden die inhaltlichen Fragestellungen vorgestellt, die die Vereinigungsentwicklung in der BRD bestimmt haben sowie die internen Debatten ĂŒber das SelbstverstĂ€ndnis der reformpĂ€dagogischen Einrichtungen. Abschließend gibt es eine Chronik der wesentlichen Daten, Etappen und ZĂ€suren der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime „unkommentiert und mit dem Anspruch auf objektivierende Darstellung“ (S. 26). Zum Schluss werden Originalquellen (ErklĂ€rungen, Stellungnahmen usw.) der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime prĂ€sentiert, aus denen der Leser selbst seine SchlĂŒsse ziehen kann.

Dieses Buch bietet eine umfassende Geschichte der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime in allen wesentlichen Bereichen. Der PĂ€dagoge Jens Brachmann, der an der UniversitĂ€t Rostock lehrt, schließt mit der Historie der Institutionenentwicklung reformpĂ€dagogischer Landerziehungsheime eine bisher im Dunkeln liegende ForschungslĂŒcke. Die charismatischen Akteure mit all ihren Fehlern, Erwartungen und Zielen werden vorgestellt und sorgt so fĂŒr eine gute und ausreichende außenstehende wissenschaftliche Aufarbeitung der Historie Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime.

Jochen Hering: Kinder brauchen BilderbĂŒcher. ErzĂ€hlförderung in Kita und Grundschule, Klett Verlag, Berlin 2016, ISBN: 978-3-7800-4846-2

Dieses Buch beschĂ€ftigt sich mit dem Medium Bilderbuch und ErzĂ€hlförderung in Kita und Grundschule und bietet sowohl theoretisches wie auch praktisches Grundlagenwissen fĂŒr die Arbeit mit BilderbĂŒchern.

Der langjĂ€hrige Lehrer, Mediendidaktiker und Autor dieses Buches, Jochen Hering, berichtet auch aus seiner eigenen pĂ€dagogischen Erfahrung: „FĂŒr die Arbeit in Kita und Grundschule ist die Begegnung von Kind und Bilderbuch (
) ein glĂŒckliches Zusammentreffen, vorausgesetzt, die Geschichte interessiert. FĂŒr die Kinder steht ja der Inhalt des ErzĂ€hlten im Vordergrund. Die Arbeit mit BilderbĂŒchern setzt also zuallererst eine die Kinder ansprechende Auswahl voraus. Nur so wird das Bilderbuch zur Begegnung. Aus solchen Begegnungen erwĂ€chst dann die Freundschaft zu Geschichten.“ (S. 15)

ZunĂ€chst geht es um die Frage, welche FĂ€higkeiten ein Kind benötigt, um erzĂ€hlen zu können. Im nĂ€chsten Kapitel wird das Bilderbuch systematisch nach seinem ErzĂ€hlmuster geordnet vorgestellt. Danach wird vorgestellt, wie sich beim Kind die ErzĂ€hlfĂ€higkeit am besten entwickelt und wie man diese am besten fördern kann. Anschließend folgt ein Kapitel ĂŒber Kindern aus bildungsfernen ElternhĂ€usern, die besondere Betreuung in der Kita und Grundschule bedĂŒrfen, da es ihnen schwerfĂ€llt, zusammenhĂ€ngend und verstĂ€ndlich zu erzĂ€hlen. Danach geht es um die Frage, was ein gutes Bilderbuch ausmacht und die Kriterien fĂŒr ein QualitĂ€tsurteil. Im nĂ€chsten Kapitel wird die Frage beantwortet, was ein Bilderbuch einfach oder komplexer macht, das fĂŒr die Auswahl des richtigen Bilderbuchs fĂŒr das jeweilige Kind relevant ist.

Nun folgt der praktische Teil des Buches: ZunĂ€chst geht es darum, KinderbĂŒcher fĂŒr die Arbeit auszuwĂ€hlen, dann berichtet der Autor von seinen Erfahrungen aus einem Bremer ErzĂ€hlförderprojekt und schließlich geht es um die sieben wichtigsten Prinzipien der ErzĂ€hlförderung. Anschließend liefert der Autor konkrete, aufeinander aufbauende Arbeitsideen. Zu jeder ErzĂ€hlidee findet man am Ende des Abschnitts eine Liste mit empfohlenen BilderbĂŒchern. Im Anhang findet sich weiterfĂŒhrende Literatur zu dem Thema.

Dieses pĂ€dagogische Fachbuch richtet sich vor allem an Erzieher und Erzieherinnen sowie GrundschullehrkrĂ€fte fĂŒr die erste und zweite Klasse, aber auch an Eltern, die Wert auf eine gezielte ErzĂ€hlförderung ihres Kindes legen. Dieses hochwertige Fachbuch gewĂ€hrleistet die Möglichkeit, dass Kinder eine lebendige ErzĂ€hlfĂ€higkeit erhalten und bietet nachvollziehbare Kriterien zur Auswahl passender BilderbĂŒcher. Vor allem der ansprechende Praxisteil ist fĂŒr PĂ€dagoginnen und PĂ€dagogen ein guter Ratgeber fĂŒr die Arbeit mit BilderbĂŒchern. Sehr zu empfehlen!

Franz Petermann/Ulrike Petermann: Training mit Jugendlichen. Aufbau von Arbeits- und Sozialverhalten, 10. vollstĂ€ndig ĂŒberarbeitete Auflage, Hogrefe Verlag, Göttingen 2017, ISBN: 978-3-8017-2814-4

Das Training ist nicht auf eine spezielle Problematik des Jugendalters begrenzt, sondern bietet die Möglichkeit, dass Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 13 bis 20 Jahren kompetentes Sozial- und Arbeitsverhalten alltagsnah einĂŒben. Es soll vor allem aggressiv-dissoziales, initiativeloses und sozial unsicheres Verhalten systematisch begegnet werden, bevor negative Auswirkungen fĂŒr die Gesamtgesellschaft entstehen. Das Training will die Selbst- und Fremdwahrnehmung der Jugendlichen verbessern, die SelbstkontrollfĂ€higkeit und Ausdauer erhöhen, ein positives Selbstbild und selbstsicheres Verhalten aufbauen, EinfĂŒhlungsvermögen stĂ€rken und der angemessene Umgang mit Lob, Kritik sowie Misserfolg gefördert werden.

Dieses hier beschriebene Training ist in der Praxis an Haupt-, Real-, Berufs- und Förderschulen ebenso erprobt wie fĂŒr das therapeutische Setting oder als pĂ€dagogische Maßnahme in der Jugendhilfe und in Berufsbildungszentren oder im Jugendstrafvollzug. Dies ist als kombiniertes Einzel- und Gruppentraining oder ausÂŹschließlich als Gruppentraining bzw. Einzeltherapieprogramm durchfĂŒhrbar. In der Praxis können unterschiedliche Schwerpunkte legen, die dem Förderbedarf des einzelnen Jugendlichen am besten entsprechen. Maßnahmen zur Verbesserung der Ausbildungssituation und von Vermittlungschancen, um so eine bessere Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt zu gewĂ€hrleisten.

Die Darstellung des Vorgehens wird im Schulsetting ausgeweitet und beschreibt detailliert das Jugendtraining »JobFit«. Dieses zielt besonders auf Kompetenzen ab, die fĂŒr den Einstieg in die berufliche Ausbildung von zentraler Bedeutung sind. „Wir kommen damit dem Wunsch vieler Anwender nach, die Trainingsunterlagen, die fĂŒr die Jugendlichen bestimmt sind, zu bĂŒndeln und leichter verfĂŒgbar zu machen. Dieses Arbeitsheft ersetzt die Trainingsmappe der Jugendlichen.“ (S. 7)

In dem Buch werden anhand von praktischen Beispielen der Ablauf des Trainings und auftretende Dissonanzen beschrieben, das natĂŒrlich methodisch und didaktisch der jeweiligen Situation angepasst werden muss. Die im Training einzusetzenden Materialien werden auf der beiliegenden CD-ROM zur VerfĂŒgung gestellt.

Dieses speziell fĂŒr Jugendliche zwischen 13 und 20 Jahren konzipierte Verfahren ist in der Praxis ausreichend ausprobiert worden. Biographische Elemente und das Einbeziehen der Eltern oder anderer enger Bezugspersonen könnten jedoch noch ausgebaut werden, um auf jeden Jugendlichen individuell einzugehen. Wissenschaftlich fundiert, in der Praxis erprobt ist das Training eine gute Weiterentwicklung in der erzieherischen Förderung von Jugendlichen und in der pĂ€dagogischen Psychologie.

Felix Bork: Oh, ein Tier! Bestimmungsbuch mit fast allen heimischen Arten, EIchborn Verlag, ISBN: 978-3-8479-0633-9

In diesem Buch werden verschiedene Tierarten vorgestellt, die es in der heimischen Natur zu entdecken gibt. Daher geht es nicht um exotische Tiere aus der gesamten Welt, sondern um Tiere, die Kinder selbst entdecken können. Das Tierbuch ist kein handelsĂŒbliches Tierbuch mit Informationen zu Tieren, sondern geht noch weiter. Es will Kinder dazu bringen, selbst initiativ zu werden und in seiner unmittelbaren Umgebung entdecken kann. Außerdem geht es darum, Kindern zu vermitteln, dass bestimmte Tierarten vor dem Aussterben bedroht sind und die Bewahrung der natĂŒrlichen Umwelt in der eigenen Umgebung zu verinnerlichen. Es soll bei Kindern Begeisterung fĂŒr die Natur wecken und suggerieren, dass Erlebnisse in der Natur genauso spannend sind wie Computerspiele oder Fernsehen.

ZunĂ€chst geht es um Insekten, dann um Spinnen, Fischen, Amphibien, Reptilien, Vögel, SĂ€ugetiere und vergessene Arten wie die Weinbergschnecke, Strandkrabbe oder der Braune SteinlĂ€ufer. Es gibt viele Bilder und Bestimmungen von den einzelnen Arten, was Kinder vielleicht etwas ĂŒberfordern könnte. AbhĂ€ngig von der Entwicklung des Kindes können auch nur Bilder angeschaut werden und der Text ausgelassen werden.

Das Buch ist in kindlicher Sprache geschrieben, ausgeschriebene Wörter statt getippte Informationen sollen die Distanz des Sujets zum Kind auflösen. Dem Kind entgegenkommen, in seiner Sprache zu schreiben, ist eine große StĂ€rke des Buches. Somit werden Tiere und Umweltschutz dem Kind pĂ€dagogisch wertvoll und spielerisch nahe gebracht.

Jesper Juul: Liebende bleiben. Familie braucht Eltern, die mehr an sich denken, Beltz Verlag 2017, ISBN: 978-3-407-86440-6

Im Familienalltag verliert sich, bei der einen Familie mehr, bei der anderen weniger, das romantische GefĂŒhl der Verliebtheit, wenn ein oder mehrere Kinder da sind und nach Aufmerksamkeit verlangen. Manche Eltern erleben dann als Paar eine Krise, wenn die Kindererziehung zu Überforderung fĂŒhrt und das zu Auseinandersetzungen fĂŒhrt.

Gedanken zu Themen rund um Familie und Partnerschaft stehen im Mittelpunkt dieses Buches. Es soll allen Eltern „und denen, die es werden wollen, einen kornstruktiven Austausch ĂŒber die wesentlichen Punkte, um die es bei der Verwandlung vom Paar zur Familie geht. Denn manchmal ist es wichtig, dass Eltern zuerst an sich denken, statt immer nur das Beste fĂŒr das Kind zu wollen.“ Nutznießer dieser neuen Einstellung soll dann laut Juul die gesamte Familie sein.

Die QualitĂ€t der Paarbeziehung entscheidet hĂ€ufig auch ĂŒber die Stimmung und AtmosphĂ€re in der Familie. Es stehen sieben GesprĂ€che im Mittelpunkt des Buches, an denen der erfahrene Therapeut Jesper Juul anhand von Praxisbeispielen die oben angesprochenen Probleme anspricht. SpĂ€ter steht dann auch noch das Thema Trennungskinder auf dem Programm.

„BeziehungsglĂŒck ist FamilienglĂŒck“ ist das Motto Juuls, was er praxisnah und humorvoll in seinen FĂ€llen beschreibt. Allerdings wird nicht ausfĂŒhrlich auf einen wichtigen Baustein des Lebens in der Familie nicht eingegangen: der Beruf. Trennung auf Zeit, wenn jemand in einer anderen Stadt arbeiten muss oder zum Beispiel Fernfahrer ist, wirkt sich auch wesentlich auf die Familie und natĂŒrlich auch die Partnerschaft aus.

Brakel Florentine / Brakel Armin: Infektionskrankheiten. Mit der revolutionĂ€ren GedĂ€chtnisblĂŒte-Methode schnell und mĂŒhelos lernen. PRÜFUNGSVORBEREITUNG FÜR HEILPRAKTIKER, Narayana Verlag, Kandern 2017, ISBN: 978-3-95582-137-1, 49,90 Euro

Heilpraktiker fĂŒhlen sich der Tradition der alten Heilkundigen, seelischen und spirituellen Aspekte ebenso verpflichtet wie den Errungenschaften und Erkenntnissen der modernen Wissenschaften, wenn diese dem VerstĂ€ndnis natĂŒrlicher AblĂ€ufe dienen. Sie vertrauen den SelbstheilungskrĂ€ften der Natur, kennen jedoch auch ihre Grenzen und handeln verantwortungsvoll zum Wohle des Patienten. Wie die Naturheilkunde selbst basiert auch die Ausbildung an einer Schule auf den naturheilkundlichen Prinzipien: ganzheitlich und individuell. Dabei erlangt man umfangreiche medizinische Kenntnisse, z. B. zu Anatomie, Physiologie und Pathologie, zu Diagnostik, Therapie und dem richtigen Handeln in Krisen- oder Notfallsituationen. Um zukĂŒnftigen Heilpraktikern die Vorbereitung auf die PrĂŒfung zu erleichtern, wurde unter anderen dieses Buch von Florentine und Armin Brakel geschrieben.

Florentine Brakel absolvierte 2009 die Heilpraktikerausbildung, dem folgte 2010 eine Ausbildung in GedĂ€chtnistraining. Heute hat sie eine Naturheilpraxis in Bernau am Chiemsee. Armin Brakel ist in einer homöopathischen Arztpraxis in Bernau am Chiemsee tĂ€tig. Die beiden schwören bei der die Vorbereitung zur schriftlichen und mĂŒndlichen HeilpraktikerprĂŒfung und der spĂ€teren beruflichen Praxis auf den innovativen Lernansatz der GedĂ€chtnisblĂŒten-Methode. Bei dieser Methode, die auf Vera F. Birkenbihl zurĂŒckgeht, werden durch die gleichzeitige Förderung von systematisch-logischem und bildlich-intuitivem Denken beide HirnhĂ€lften miteinander verknĂŒpft.

In Seminaren und Publikationen befasste sich Vera F. Birkenbihl mit den Themen gehirn-gerechtes Lernen und Lehren, analytisches und kreatives Denken, Persönlichkeitsentwicklung, Numerologie, pragmatische Esoterik, gehirnspezifische Geschlechterunterschiede und Zukunftstauglichkeit. Sie grĂŒndete einen Verlag und 1973 das Institut fĂŒr gehirn-gerechtes Arbeiten. Einer ihrer Schwerpunkte war bis zuletzt das Thema der spielerischen Wissensvermittlung und der entsprechenden Lernstrategien (NLLS = Non-Learning Learning-Strategies), die sowohl Lernenden als auch Lehrenden die praktische Arbeit erleichtern sollten.

Mit der Hilfe von 50 Lerntafeln soll das neuronales Potential benutzt und zum „ErblĂŒhen gebracht werden. Dabei wird sichergestellt, wie man erarbeitetes Wissen lĂ€nger speichern und wie man auf sein Wissen jederzeit, und zwar gerade in PrĂŒfungssituationen, geordnet Zugriff haben. Dies ist eine Lernstrategie, die weit mehr als 10 % des geistigen Potentials aktiviert, und den Überblick ĂŒber das enorme medizinische Wissensgebiet erleichtert. Dies ist kein stures Auswendiglernen, sondern Lernen mit Spaß in einer entspannten Lernumgebung.

Die 50 informationshaltigen Bildtafeln stellen alle Krankheiten des Infektionsschutzgesetzes prĂ€gnant dar. Mit den dazugehörigen umklappbaren Folien kann man das erlernte Wissen selbst effizient ĂŒberprĂŒfen. Ein zusĂ€tzliches Bildtafellexikon mit den wichtigsten medizinischen Fakten zum Nachschlagen erklĂ€rt die Symbole der Bildtafeln in ĂŒbersichtlicher Form.

In der Tat wird der Lernstoff didaktisch und methodisch in ansprechender Form dargestellt. Das Wissen wird komprimiert und in einer verstĂ€ndlichen Sprache vermittelt, die Voraussetzung fĂŒr ein individuelles Lernen und der ÜberprĂŒfung des eigenen Wissens bieten die Folien. Somit werden die Voraussetzungen fĂŒr eine gute Vorbereitung fĂŒr die HeilpraktikerprĂŒfung geschaffen.

Oskar Negt: ÜberlebensGlĂŒck. Eine autobiographische Spurensuche, Steidl Verlag, 2. Auflage, Göttingen 2017, ISBN: 978-3-95829-212-3

Der Soziologe Oskar Negt ist einer breiteren Öffentlichkeit als ReprĂ€sentant der Frankfurter Schule bekannt. Im Verlauf der Studentenbewegung von 1968 war Negt einer der WortfĂŒhrer der Außerparlamentarischen Opposition (APO).

In diesem autobiographischen Roman geht es vordergrĂŒndig um seine Jugenderlebnisse als FlĂŒchtling und der Zerstörung verlĂ€sslicher Orientierung und IdentitĂ€t. Negt wurde 1934 auf dem ostpreußischen Gut Kapkeim nahe dem ehemaligen als jĂŒngstes von sieben Kindern geboren. Er stammt aus einer Familie von Kleinbauern und Arbeitern. Negt floh im Januar 1945 mit zwei Schwestern ĂŒber Königsberg und Gotenhafen nach DĂ€nemark, wo er zweieinhalb Jahre lang getrennt von den Eltern mit den beiden Schwestern in einem FlĂŒchtlingslager lebte, ehe er nach Niedersachsen ĂŒbersiedelte.

Nach dem Abbruch eines Studiums der Rechtswissenschaften in Göttingen wechselte dann aber nach Frankfurt am Main, wo er bei Max Horkheimer und Theodor W. Adorno Soziologie und Philosophie studierte. Nach seiner Promotion bei Adorno war er Von 1962 bis 1970 war er Assistent von JĂŒrgen Habermas an den UniversitĂ€ten in Heidelberg und Frankfurt am Main. Im Jahre 1970 wurde er auf den Lehrstuhl fĂŒr Soziologie der UniversitĂ€t Hannover berufen, an der er bis zu seiner Emeritierung 2002 lehrte.

Er diagnostiziert anhand seines eigenen Fluchterlebnisses einen Orientierungsnotstand und sieht ein kulturelles Problem der FlĂŒchtlinge als „Verfolgte ihres Elends“. Beim aktuellen FlĂŒchtlingsdiskurs kommen ihm selbst „ein ganzer Kranz an Assoziationen hoch, die auch meine eigene Lebensgeschichte betreffen.“ (S. 10) Indem er in seinem Buch daran erinnert, dass viele Deutsche nach dem 2. Weltkrieg selbst FlĂŒchtlinge waren und in die DDR oder BRD integriert werden konnten, nimmt er den BefĂŒrwortern der so genannten „Grenzen der Belastbarkeit“ heute den Wind aus den Segeln. Er selbst befĂŒrwortet einen humaneren Umgang mit FlĂŒchtlingen: „Die sichtbaren Orte, diese FreistĂ€tten des wĂŒrdigen Überlebens werden in der Welt immer knapper und schwerer zugĂ€nglich: WĂ€re es nicht an der Zeit, dass die reichen LĂ€nder darĂŒber nachzudenken beginnen, Orte des Asyls, also sichere Orte, zu erweitern und neu zu schaffen, statt sie einzuschrĂ€nken und die Last des FlĂŒchtlingselends auf die armen LĂ€nder abzuschieben.“ (S. 292)

Über die Aufarbeitung seiner eigenen Biographie als FlĂŒchtling hinaus nimmt Negt auch zu aktuellen Fragen dezidiert und mutig Stellung. Weiterhin stellt er die wichtige Frage nach IdentitĂ€t und Zugehörigkeit in der Biographie von GeflĂŒchteten und verleiht der Debatte um Flucht und Migration um eine kulturelle Komponente. Eine sehr lesenswerte Abhandlung, die vom Biographischen ins Soziologische und Philosophische herausreicht.

Fachbuch Elektrotechnik, 30. Überarbeitete Auflage, Europa-Fachbuchreihe fĂŒr elektrotechnische Berufe, Haan-Gruiten 2016, ISBN: 978-3-8085-3435-9

Die klassische Einteilung der Elektrotechnik war die Starkstromtechnik, die heute in der Energietechnik und der Antriebstechnik ihren Niederschlag findet, und die Schwachstromtechnik, die sich zur Nachrichtentechnik formierte. Als weitere Gebiete kamen die elektrische Messtechnik und die Automatisierungstechnik sowie die Elektronik hinzu. Die Grenzen zwischen den einzelnen Bereichen sind dabei vielfach fließend. Mit zunehmender Verbreitung der Anwendungen ergaben sich zahllose weitere Spezialisierungsgebiete, zum Beispiel ist heute im Zeitalter der Digitalisierung Informatik Teil der Ausbildung. Die sich immer weiter neuen Entwicklungen fĂŒhren immer wieder zu VerĂ€nderungen im der Ausbildung, so dass die Weiterbildung in Zukunft noch eine stĂ€rkere Rolle als bisher zufallen wird.

Dieses Buch ist vor allem fĂŒr die Aus- und Weiterbildung in der Elektrotechnik geschrieben worden. Es ist fĂŒr alle Handwerks- und Industrieberufe geeignet, um sich Fachwissen anzueignen, auszuweiten oder nochmals zu rekapitulieren. Im Besonderen ist das Buch zum eigenstĂ€ndigen Lernen geeignet, aber auch fĂŒr Lehrende der einzelnen FĂ€cher ob an einer Schule oder Hochschule zur Vorbereitung des entsprechenden Lehrstoffes. FĂŒr Lernende gibt es Wiederholungsfragen, zu denen es ein extra Lösungsbuch gibt. Das Buch beinhaltet ebenso eine DVD mit allen Bildern und Tabellen sowie Programmen und Bedienungsanleitungen, die eigens von dem Autorenteam konzipiert und weiterentwickelt wurde.

Insgesamt gesehen ist es ein Standardwerk, das auf dem aktuellen Stand des Wissens gebracht wurde. FĂŒr Leute in der Ausbildung ist dieses Buch gut zum selbstĂ€ndigen Lernen geeignet.

Stefanie Rietzler/Fabian Grolimund: Erfolgreich lernen mit ADHS. Der praktische Ratgeber fĂŒr Eltern, hogrefe Verlag, Bern 2016, ISBN: 978-3-456-856186

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/HyperaktivitĂ€tsstörung (ADHS) gehört zur Gruppe der Verhaltens- und emotionalen Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend. Sie Ă€ußert sich durch Probleme mit Aufmerksamkeit, ImpulsivitĂ€t und Selbstregulation sowie manchmal zusĂ€tzlich durch starke körperliche Unruhe Diesen Symptomen liegt nach heutigem Stand eine neurobiologische Entwicklungsverzögerung der exekutiven Funktionen zugrunde.

Die weltweite HÀufigkeit der ADHS unter Kindern und Jugendlichen wird mit etwa 5,3 % beziffert. Sie gilt heute als hÀufigste psychiatrische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Jungen sind merklich hÀufiger betroffen als MÀdchen. Verlaufsstudien haben gezeigt, dass bei 40 bis 80 % der diagnostizierten Kinder auch in der Adoleszenz die Störung fortbesteht ADHS als neurobiologische Störung hat sowohl genetische als auch und umweltbedingte Ursachen und kann im Einzelfall sehr unterschiedliche Folgen haben. Meist stehen Betroffene und ihre Angehörigen unter erheblichem Druck. Versagen in Schule oder Beruf sowie die Entwicklung von weiteren psychischen Störungen wurden oft beobachtet. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad, den jeweiligen Symptomen und dem Alter des Betroffenen.

Dieses Buch versteht sich als Ratgeber fĂŒr Eltern, deren Kinder von ADHS betroffen sind. Dieses Buch ist aber kein Mutmachbuch, sondern bietet konkrete Lösungshilfen in der Schule und dem spĂ€teren beruflichen und persönlichen Werdegang. Das Buch hebt hervor, dass das Kind StĂ€rken besitzt, die sich lohnen, gefördert zu werden. Dies kann in einem StĂ€rken-Tagebuch oder in einem StĂ€rken-Fragebogen geschehen, wo dem Kind seine FĂ€higkeiten vor Augen gefĂŒhrt werden. Die Eltern sollten auch ihr Kind zu AktivitĂ€ten in der Freizeit ermuntern, damit es seine Interessen und Neigungen nachgehen kann.

Daneben gibt es Empfehlungen fĂŒr LehrkrĂ€fte in der Schule, wie sie am besten mit einem ADHS-Kind umgehen kann. Das ElterngesprĂ€ch kann dabei eine Möglichkeit sein, die StĂ€rken des Kinders zu steigern und zusammen im Dialog einen individuellen Umgang und Zugang zu dem Kind bekommen oder steigern kann. Wichtig sind vor allem die hier aufgefĂŒhrten Lernmethoden, wie das Lernen motivierender und erfolgreicher gestaltet werden kann. Das Buch ist sowohl fĂŒr Eltern als auch Lehrer geeignet, die Hilfestellungen beim Thema ADHS vor allem in der Schule benötigen.

Rezension des Buches von Roman Hoch „400 Fragen fĂŒr systemische Therapie und Beratung", Beltz-Verlag 2016

Die systemische Therapie wird seit 2008 in der BRD als wissenschaftliches Psychotherapieverfahren anerkannt. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, dessen Schwerpunkt auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen, insbesondere auf Interaktionen zwischen Mitgliedern der Familie und deren sozialer Umwelt liegt. In Abgrenzung zur Psychoanalyse betonen Vertreter dieser Therapierichtung die Bedeutung impliziter Normen des Zusammenlebens fĂŒr das Zustandekommen und die Überwindung psychischer Störungen (Familienregeln). Allerdings berĂŒcksichtigen auch andere Therapieformen wie zum Beispiel die Kognitive Kurzzeittherapie unter anderem den systemischen Aspekt. Die systemische Therapie unterscheidet sich nach Angaben deren Vertreter dadurch, dass weitere Mitglieder des fĂŒr den Patienten relevanten sozialen Umfeldes in die Behandlung mit einbezogen werden.

Das Konzept der systemischen Therapie ist nicht einheitlich, da sich heute mehrere Schulen voneinander abgrenzen: strukturelle und strategische Familientherapie, aber auch Familientherapie mit mehreren Generationen (MailÀnder Modell und Heidelberger Schule), narrative AnsÀtze (nach Michael White oder Harold A. Goolishian), Familienskulpturen nach Virginia Satir, die lösungsorientierten AnsÀtze der Schule von Milwaukee.

Kernpunkt der systemischen Therapie ist das systemische Interview, das im Beratungsprozess von Menschen und ihrem nĂ€heren Umfeld das wichtigste Element darstellt. Roman Hoch, Trauma-Fachberater (DeGPT), systemischer Berater und Therapeut, legt in diesem Buch 400 Fragen fĂŒr die systemische Therapie und Beratung vor. Es besteht aus einem Kartenset von 90 Karten mit entsprechenden Fragen sowie einer BroschĂŒre von 20 Seiten. Dabei werden die drei Bereiche AuftragsklĂ€rung, Fragen zur Erfassung der Wirklichkeitskonstruktionen von Klienten sowie Fragen zur Erfassung der Möglichkeitskonstruktionen von Klienten unterschieden.

Zielgruppe des Buches sind Personen, die sich in der Ausbildung zum systemischen Berater oder Therapeuten befinden oder dies berufsbegleitend anstreben sowie interessierten Laien und professionellen PĂ€dagogen, die nicht auf ihrem Wissensstand stehen bleiben wollen und sich fortbilden möchten. Weiterhin werden auch berufserfahrene systemische Berater und Therapeuten angesprochen, die das eigene Vorgehen durch den Fragepool erweitern können. Dieser allgemeine Einstieg in die Arbeit der systemischen Therapie und Beratung ist klar strukturiert und kompetent geschrieben und ist deshalb als LektĂŒre empfehlenswert.

Rainer Schwing/Andreas Fryszer: Systemisches Handwerk. Werkzeug fĂŒr die Praxis, V&R, 8. Auflage, Göttingen 2017, ISBN: 978-3-525-45372-8

Die Systemische Therapie arbeitet neben Familien auch mit Einzelpersonen, Paaren und Organisationen. Im Gegensatz zu vielen anderen Therapien können die Sitzungen in unregelmĂ€ssigen und oft grösseren AbstĂ€nden stattfinden, dies richtet sich nach dem Bedarf der Klienten. Verwendet werden in der systemische GesprĂ€chsfĂŒhrung "zirkulĂ€re" Fragen sowie weitere Frage- und Interventionstechniken, die gleichermassen dazu dienen, das Problem und die Sicht darauf zu erkennen und diese zu "verstören" und somit neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

Dieses Buch soll dazu dienen, Werkzeuge systemischer Arbeit so zu prĂ€sentieren, dass der Praktiker sie auch anwenden kann. Es soll Lernende bei der Umsetzung und Anwendung systemischen Arbeitens zu unterstĂŒtzen und Erfahrenen ein Methodenhandbuch mit vielen Anregungen zur VerfĂŒgung zu stellen.

Im ersten Kapitel werden die inhaltliche Gliederung und die theoretische Position der systemischen Therapie dargestellt. Dann beginnen die Phasen der systemischen Arbeit mit zahlreichen Fallbeispielen. Es folgt der Einstieg in die Praxis mit dem Aufbau von Vertrauen, KnĂŒpfung von Beziehungen und Ziele der Zusammenarbeit festzulegen. Im nĂ€chsten Schritt werden Verfahren vorgestellt, die sich als Werkzeuge der Orientierung, Dokumentation und Analyse von Informationen ĂŒber soziale Systeme bewĂ€hrt haben. Weiterhin geht es um die Schließung von Kontrakten, die Zielsetzung und die Planung von Maßnahmen bzw. Hypothesenbildung. Die nĂ€chste entscheidende Phase ist die handlungsorientierte Intervention, die Darstellung der Situation und das Begleiten und VerĂ€ndern von VerĂ€nderungen und Abschlussphasen. Im letzten Kapitel steht die ethische Dimension im Mittelpunkt: Es werden Haltungen Werte und Rollen in der systemischen Therapie hinterfragt und analysiert.

Dieses gut strukturierte Handbuch mit 30 Abbildungen und 14 Tabellen ist ein Nachschlagewerk fĂŒr alle Arbeits- und Berufsfelder, die mit der systemischen Beratung und Therapie arbeiten. Der theoretische Hintergrund ist allerdings zu kurz dargestellt. Sonst ist aber aufgrund der vielen Fallbeispielen und der anschaulichen Beschreibung ein guter Einstieg fĂŒr die praktische systemische Arbeit.

Gerhard Dieter Ruf: Bipolare Störungen, Carl Auer, Heidelberg 2017, ISBN: 978-3-8497-0168-0

Es wird geschÀtzt, dass etwa 1 bis 3 % der Bevölkerung von der Krankheit der bipolaren Störung betroffen ist. Frauen und MÀnner erkranken jeweils gleich hÀufig. Viele Patienten erleben ihre erste Krankheitsepisode um das 18. Lebensjahr herum, doch meist wird die Störung erst spÀter erkannt.

Bipolare Störungen sind schwere chronisch verlaufende psychische Erkrankungen, die durch manische und depressive Stimmungsschwankungen charakterisiert sind. Die Manie stellt sich als ĂŒbersteigertes HochgefĂŒhl dar und die Betroffenen sind gleichzeitig meist ĂŒberaktiv, euphorisch oder gereizt. Auf diese Phase folgen mehr oder weniger ausgeprĂ€gte Depressionen, mit gedrĂŒckter Stimmung, Antriebslosigkeit und Traurigkeit. Die Stimmungsschwankungen treten episodisch und unabhĂ€ngig von der augenblicklichen Lebenssituation auf.

Die Ursachen der Erkrankung sind nicht vollstĂ€ndig geklĂ€rt. Erbliche Veranlagung und Ă€ußere EinflĂŒsse wie belastende Ereignisse scheinen eine gewisse Rolle zu spielen. Überdurchschnittlich viele kreative Menschen leiden an einer bipolaren Erkrankung.

Dieses Buch ĂŒber bipolare Störungen möchte aufzeigen, „dass und wie die Systemtheorie mit traditionellen diagnostischen Kategorien bezeichnete PhĂ€nomene ebenso gut und oft besser beschreiben, erklĂ€ren und mit hoher praktischer Effizienz behandeln kann.“ (S.9) Dabei stehen zwei Ziele im Mittelpunkt: „Zum einen soll systemisch arbeitenden Kollegen das große Spektrum theoretisch fundierter und praktikabler systemischer Lösungen zugĂ€nglich gemacht werden. (
) Gleichzeitig soll nicht-systemischen Behandlern und Vertretern anderer Schulen das umfangreiche systemische Material an ErklĂ€rungen, Behandlungskonzepten und praktischen Tools zu verschiedenen Störungsbildern auf kompakte und nachvollziehbare Weise vermittelt werden.“ (S.9) Der Schwerpunkt der AusfĂŒhrungen liegt dabei auf der ambulanten Behandlung, der stationĂ€re Kontext wird eher nachrangig behandelt.

Die vollmundigen Versprechungen des Buches werden eingehalten: Diese Bereitstellungen systemischer Therapiemethoden bei einer bipolaren Störung sind klar und anschaulich geschildert. Anhand von Fallbeispielen wird intensiv erklĂ€rt, wie das theoretische Wissen in die Praxis umgesetzt wird. Es lohnt sich sowohl fĂŒr Betroffene, Angehörige oder behandelndes Fachpersonal, die systemischen AnsĂ€tze nĂ€her kennenzulernen und anzuwenden.

Tiptoi: Entdecke den Zoo, (4-7 Jahre) Ravensburger Verlag, Ravensburg 2017, ISBN: 978-3-473-32920-5, 19,95 Euro

Tiptoi ist ein speziell fĂŒr Kinder entwickeltes audiodigitale Lernsystem, mit dem sie die Welt spielerisch und altersgerecht entdecken können. Zur Funktionen dieses und anderer Lernsysteme braucht man den Tiptoi-Stift, der leicht in jede Kinderhand passt und separat erworben werden muss.

Dieses Sach- und Bilderbuch aus der Tiptoi-Reihe beschĂ€ftigt sich mit dem Besuch im Zoo, wo Kinder spielerisch die Tiere und was noch alles dazugehört entdecken können. Mit dem Stift können die Kinder ĂŒber 1300 GerĂ€usche, Texte und ein Lied abrufen. Das Buch ist fĂŒr Kinder zwischen vier und sieben Jahren geeignet.

Jede Seite beginnt mit einer Frage z.B. Warum gibt es Zoos? oder Warum wird den Tieren nicht langweilig?, die dann in kinderfreundlicher Sprache in zwei bis drei SĂ€tzen beantwortet werden. Der Hauptteil des Buches nehmen jedoch Alltagsszenen aus einem Zoobesuch ein und natĂŒrlich stehen die Tiere aus der ganzen Welt wie Elefanten, Schildkröten oder Krokodile im Mittelpunkt. Die Bilder sind hochwertig gemacht und bilden im Gegensatz zu Ă€lteren KinderbĂŒchern mit Rollstuhlfahrern, dunkelhĂ€utigen Kindern usw. die gesellschaftliche Wirklichkeit ab. Die Kinder lernen auch, hinter die Kulissen des Zoos zu blicken, wenn die Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen oder TierĂ€rzte vorgestellt werden.

Die interaktive Art des Lernens bietet dem Kind und auch den Eltern jederzeit Gelegenheit, einzelne Geschichten im Zoo nach persönlicher PrÀferenz und Lust abzurufen. Die Kinder sehen nicht nur die Geschichten und die Bilder, sondern lernen auch durch Hören zum Beispiel die Lautsprache der einzelnen Tiere kennen. Die Zeichnungen sind hochwertig und es stehen Kinder und Tiere im Mittelpunkt. Der Zoo wird aber insgesamt idealisiert dargestellt: Dass in manchen Zoos Tiere keinen ausreichenden Platz haben oder es an grundlegender Versorgung mangelt, wird nicht erwÀhnt.

Chinelo Bally: Freehand Fashion. Die perfekte Kleidung nĂ€hen-ganz ohne Schnittmuster, Stiebner Verlag, GrĂŒnwald 2017, ISBN: 978-3-8307-0975-6

Chinelo Bally wurde bekannt durch eine NĂ€hsendung der BBC, wo sie die Juroren und ihre Mitbewerberinnen mit ihrer freihĂ€ndigen Zuschneidemethode verblĂŒffte. Heute leitet sie viele Workshops, ist Bloggerin fĂŒr NĂ€hexperimente und hat nun dieses Buch geschrieben, in dem sie ihre Freihandmethode vorstellt, so dass jeder Leser sie leicht lernen und fĂŒr sich selber nutzbar machen kann.

Ihre Freihandtechnik ist leicht zu lernen in der Praxis: „Beim freihĂ€ndigen Zuschneiden werden die Maße mit einfachen Hilfsmitteln direkt ĂŒber dem Stoff markiert. Dabei entwickelt man ein VerstĂ€ndnis dafĂŒr, wie das KleidungsstĂŒck aufgebaut ist und sich den Körperkonturen anpasst. So können Sie die Kleidung genau fĂŒr ihre GrĂ¶ĂŸe und Figur schneiden – ohne mĂŒhsam Schnittmuster anpassen zu mĂŒssen.“ (S. 8) Die hier vorgestellten KleidungsstĂŒcke sind zeitlos schön und nicht abhĂ€ngig von bestimmten Modetrends und natĂŒrlich individuell wandelbar.

Zuerst beschreibt die Autorin die wesentlichen Utensilien, die NĂ€htechniken und das richtige Massnehmen. Danach prĂ€sentiert sie zum Einstieg ihre fĂŒnf Grundmodelle wie das Ă€rmellose Oberteil, das Kleid, den Rock, den Tellerrock und die Ärmel. Anschließend zeigt sie raffiniertere Projekte wie ein Fledermausoberteil, einen Bleistiftrock oder ein Abendkleid im Nixenstil. Bei jedem der vorgestellten Muster werden die benötigten Masse, die Stoffmenge und das Arbeitsmaterial vorgestellt. Dann wird in verschiedenen Schritten und anhand von Bildern erklĂ€rt, wie man vorzugehen hat. Das fertige Produkt wird dann natĂŒrlich noch prĂ€sentiert.

Wer sich lieber die eigene Kleidung selber nĂ€ht, anstatt sie bei Modeketten fertig zu kaufen, und einen individuellen Stil bevorzugt, ist hier genau richtig. Hier werden die Herstellung selbstgefertigte Damenmoden mitsamt den benötigten Utensilien klar und anschaulich erklĂ€rt. NatĂŒrlich muss man nicht – nach einiger Übung – die Sachen so nachmachen, wie in dem Buch beschrieben. Dies sind nur Anleitungen fĂŒr verschiedene Stile und KleidungsstĂŒcke, die individuell angepasst werden können.

Johannes Beste/Ilona Giese/Andrea Schendekehl: Personaldienstleistungskaufleute 1. Ausbildungsjahr, 3. Auflage, Bildungsverlag EINS der Westermann Gruppe, Köln 2017, ISBN: 978-3-427-30431-9

Das Berufsbild der Personaldienstleistungskaufleute wurde erst im Jahre 2008 aufgrund der sich verĂ€nderten Rahmenbedingungen der wirtschaftlichen Arbeitsteilung geschaffen. Personaldienstleistungskaufleute sichten den Stellen- und Bewerbermarkt und veröffentlichen Stellenanzeigen, um Personal anzuwerben. Sie wĂ€hlen geeignete Bewerber aus, fĂŒhren BeratungsgesprĂ€che und gleichen Anforderungs- und Bewerberprofile miteinander ab. Schließlich wirken sie bei der Personaleinstellung und bei VertragsabschlĂŒssen mit.

Sie disponieren den Personaleinsatz und planen die Personalentwicklung, indem sie z.B. Weiterbildungsmaßnahmen organisieren. In der Personalsachbearbeitung fĂŒhren sie Personalakten und erstellen Entgeltabrechnungen. DarĂŒber hinaus akquirieren sie AuftrĂ€ge und gewinnen Unternehmen als Kunden. Im Kundenauftrag suchen sie nach geeignetem Personal und betreuen die Unternehmen. Sie erledigen auch kaufmĂ€nnische Aufgaben, z.B. in den Bereichen Steuerung und Controlling.

Dieses Lehrbuch dient dazu, die komplexen Aufgaben der Personaldienstleistungskaufleute fĂŒr Auszubildende systematisch zu erfassen und aufzubereiten. Dabei werden die Inhalte der Lernfelder 1-4 des Rahmenlehrplans fĂŒr Personaldienstleistungskaufleute angewendet. Das Lehrbuch wird ergĂ€nzt durch zusĂ€tzlich beim Verlag bestellbares Unterrichtsmaterial, das Anregungen fĂŒr Lehrer und Lehrerinnen dieses Berufsfeldes bietet.

ZunĂ€chst geht es um das Lernfeld 1, worin das Anforderungsprofil und die Kompetenzen von kĂŒnftigen Personaldienstleistungskaufleuten und der Rechtsrahmen der Ausbildung und die dabei beteiligten Institutionen behandelt werden. Im Lernfeld 2 werden die Struktur und GeschĂ€ftsfelder und die MarktzusammenhĂ€nge sowie Strukturen auf dem Arbeitsmarkt vermittelt. Danach geht es in Lernfeld 2 um die Aufgaben der Personalsachbearbeitung, die Entgeltabrechnung, die Entlassung aus dem BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnis sowie um den Umgang mit EDV-Systemen. Im Lernfeld 4 wird auf die Personalgewinnung, den Bewerberpool, Stellenausschreibungen und die Vorbereitung auf Messen zur Personalgewinnung eingegangen. Dann folgt noch ein ausfĂŒhrliches Sachwortverzeichnis, wo jeder Begriff nochmal nachgeschlagen werden kann.

Die Kapitel beginnen jeweils mit einer Einstiegssituation fĂŒr berufliche Handlungs-und Entscheidungssituationen. Jedes Kapitel enthĂ€lt am Ende eine Zusammenfassung und Aufgaben zur Anwendung und Vertiefung des vorher besprochenen Stoffes. Dies soll auch ein möglichst selbstĂ€ndiges Lernen ermöglichen. Weiterhin sind Internetquellen angegeben, die weiterfĂŒhrende Informationen und Verzahnungen mit anderen Lernfeldern enthalten. ZusĂ€tzlich gibt es die BuchPlusWeb, die Online-ErgĂ€nzung zu dem Lehrbuch kostenlos hinzu, das per Download nutzbar gemacht werden kann.

Dieses Buch ĂŒber das Berufsbild von Personaldienstleistungskaufleuten hat einen hohen qualitativen wie didaktischen Standard. Online-ErgĂ€nzungen, die Möglichkeit selbstĂ€ndigen Lernens und auch verstĂ€ndliche Schaubilder und Grafiken machen dies möglich. Bis auf die in manchen SchaukĂ€sten zu kleine schwer lesbare Schrift ist dieses Buch ein Grundlagenwerk zu diesem neu geschaffenen Berufsfeld.

Ingrid Auer: Praxishandbuch der Engelsymbole und Engel-Kombi-Symbole, Silberschnur-Verlag, GĂŒllesheim 2016, 4. Auflage, ISBN: 978-3-89845-132-1

In der Bedeutung der Engelsymbole ĂŒbertrĂ€gt jedes der Zeichen bestimmte Energiefrequenzen aus den höchsten Dimensionen in die irdische Welt. Die Symbole integrieren höhere Bewusstseinsanteile, schenken Lebenskraft und fördern die spirituelle Entwicklung. Besonders machtvoll sind Erzengel-Symbole. Jedes Symbol ist fĂŒr einen bestimmten Zweck erschaffen worden und hilft zum Beispiel feinstoffliche Blockaden zu lösen, negative Energien in positive zu transferieren und Harmonie aufzubauen. Sie sind Balsam fĂŒr unsere Seele und fördern unseren Geist und innere Seelenstruktur. Engelsymbole können aber nicht nur unserer Seele helfen, sondern durch die Auflösung von Blockaden und Belastungen werden auch körperliche Beschwerden und Krankheiten geheilt. Viele körperliche Beschwerden haben ihre Ursache in seelischen Blockaden.

Dieses Praxishandbuch ist als Erweiterung der von Ingrid Auer herausgebrachten Werke „Heilende Engelsymbole“ und „Nutze die Kraft der Engel-Kombi-Symbole“ zu sehen. Um mit diesem Werk zu arbeiten, sollte man die Symbolkarten 1-49 oder die Engel-Kombi-Symbole haben. Das hier vorliegende Buch gibt einfache und noch unbekannte Tipps zum Umgang mit den Symbolen im Alltag in verschiedenen Bereichen.

Es ist eine Art spirituelles AufklĂ€rungsbuch, das fĂŒr alle Energetiker und Laien, die es lernen wollen, zu verstehen. Leicht verstĂ€ndlich ermöglicht Ingrid Auer mit ihren Engelsymbolkarten und dem schön gestalteten praktischen Handbuch einen natĂŒrlichen Zugang zur Welt der Engel. Die beschriebenen Legesysteme sind leicht verstĂ€ndlich und die Deutungstexte sehr ausfĂŒhrlich. So lassen sich mit Hilfe der Symbolkarten beispielsweise Fragen zu den Themen Selbsterkenntnis, Lebensweg, Lebens- und Lernaufgabe, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beantworten. Die Engelkarten kann man darĂŒber hinaus als Tageskarten oder Meditation nutzen oder auch bei der persönlichen KrisenbewĂ€ltigung. Weitergehende Informationen zu diesem Thema findet man unter www.engelsymbole.com.

Deepak Chopra/Rudolph E. Tanzi: Super Gene. Die neuesten Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft fĂŒr ein langes gesundes Leben, Nymphenburger in der F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung, MĂŒnchen 2016, ISBN: 978-3-485-02858-5

Die beiden Neurologen Deepak Chropa und Rudolph E. Tanzi legen in diesem Buch die neuesten Forschungsergebnisse vor: Gene sind keine unverĂ€nderliche GrĂ¶ĂŸe, die der Mensch nicht beeinflussen kann, sondern ein dynamisches Gebilde, das zum Guten und zum Schlechten verĂ€ndert werden kann. Das Zusammenspiel zwischen dem Körper, dem Geist und den Genen lĂ€sst sich transformieren zu einem Zustand des seelischen Wohlbefindens, das wir nach einem Lernprozess positiv beeinflussen können. Neue Erkenntnisse aus der Genforschung versprechen folgendes: „Wir lernen, wie wir unsere Gene dazu bringen können, uns zu unterstĂŒtzen. Anstatt zuzulassen, dass ihre schlechten Gene ihnen schaden und ihre guten Gene ihnen eine Verschnaufpause verschaffen (
), sollten Sie im Super-Genom einen bereitwilligen Partner sehen, der ihnen helfen kann, das Leben zu fĂŒhren, das Sie gern leben wĂŒrden.“ (S. 12)

ZunĂ€chst werden in dem Buch die neuen Forschungsergebnisse der Transformation der Gene in verstĂ€ndlicher Form dargestellt. Danach werden Methoden aufgezeigt, wie unsere Gene zu einem gesunderen Wohlbefinden des Körpers geformt werden können. Dies geschieht durch ErnĂ€hrung, Körpertraining, Meditation, Yoga und gesunden Schlaf. Im folgenden Kapitel wird dasselbe fĂŒr den Geist durchgefĂŒhrt, alles spiele sich auf chemischer und genetischen Ebene ab. Im Anhang geht es um genetische Ansatzpunkte und Linderungsmöglichkeiten bei schweren Krankheiten wie Krebs usw.

In dem Buch geht es um die Anwendung der neusten Erkenntnisse der neurowissenschaftliche Forschung auf die Praxis. Gene könne geformt werden, diese Erkenntnis bietet ungeahnte Möglichkeiten. Jedoch sollte man beachten, dass diese hier vorgestellten Anleitungen, um VerĂ€nderungen des Lebensstils nur behutsam wirken und keine SchnellschĂŒsse sind. Geduld ist gefragt, nur auf Dauer kann sich eine positive Wirkung entwickeln.

Stefan Lemke/Birgit Neumann: Riesen-Weltatlas, 2. Auflage, Thienemann-Esslinger Verlag, Stuttgart 2017, ISBN: 978-3-480-23383-0, 24,99 Euro

Dieser riesige Weltatlas ist eine ĂŒberarbeitete Neuauflage der Originalausgabe aus dem Jahre 1988. Dort erfahren Kinder ab 4 Jahre alles ĂŒber die geographische Ansicht der Welt. Abgebildet werden die Kontinente und LĂ€nder mit herausragenden Bauwerken und die dort vorhandene Tier- und Pflanzenwelt. Auf der ersten Seite wird die gesamte Welt dargestellt, auf den folgenden dann die einzelnen Kontinente Europa, Asien, Afrika, Amerika, Australien und Ozeanien. Auf der letzten Seite gibt es noch Informationen ĂŒber den Nord- und SĂŒdpol. Auf den einzelnen Seiten findet sich in kindgerechter Sprache noch ein erlĂ€uternder Text zu dem jeweiligen abgebildeten Kontinent.

Optisch ist er gut aufgemacht, die Tiersymbole sind eindeutig, nur manche LÀndernamen und Beschriftungen sehr klein geschrieben. Es ist empfehlenswert, den Atlas zusammen mit den Eltern oder einer Vertrauensperson anzuschauen, die auf mögliche Fragen des Kindes eingehen kann oder dabei Informationen beisteuern kann. Die Lust, etwas zu entdecken, wird gefördert und gleichzeitig lernen die Kinder spielerisch geographische Grundlagen.

Um den Atlas zu testen, ob er auch wirklich in der Praxis fĂŒr Kinder geeignet ist, habe ich ihn meinem 6 jĂ€hrigen Patenkind vorgelegt. Der war sofort ĂŒber die GrĂ¶ĂŸe begeistert und hat ihn gleich durchgeblĂ€ttert. Die von ihm gestellten Fragen mussten die Eltern auf der Stelle beantworten und sie haben ihm anhand der Karte gezeigt, wo sie mit ihm schon mal in den Ferien waren oder hinwollen. Kurzum, meinem Patenkind scheint der Weltatlas zugesagt zu haben, er hat seine anderen Spielsachen vergessen und beschĂ€ftigte sich fast eine Stunde mit dem neuen Atlas. Daher kann ich ihn nur weiterempfehlen.

Johannes Meyer-Hamme/Holger ThĂŒnemann/Meik ZĂŒlsdorf-Kersting (Hrsg.): Was heißt guter Geschichtsunterricht? Perspektiven im Vergleich, 2. Auflage, Schwalbach/Taunus 2016, Wochenschau Verlag, ISBN: 978-3-7344-0403-0

Vor dem Hintergrund, dass es nur wenige Forschungsarbeiten zu QualitĂ€tsmerkmalen von Geschichtsunterricht an Schulen gibt, entstand die erste Auflage des Sammelbandes ĂŒber die Beschreibung und Beurteilung von Geschichtsunterricht. Die Sektion „Was ist guter Geschichtsunterricht? QualitĂ€tsmerkmale in der Kontroverse“ auf dem 48. Deutschen Historikertag in Berlin im Jahre 2010 war der Auslöser fĂŒr eine Verschriftlichung der erzielten Ergebnisse und Desiderate. Geschichtsunterricht ist dann als „gut“ zu bezeichnen, wenn dieser die Entwicklung historischer Kompetenzen bei SchĂŒlern und SchĂŒlerinnen ermöglicht (S. 9).

Der nun in zweiter Auflage erscheinende Band vereinigt nun die unterschiedlichen Perspektiven von Expertinnen und Experten aus der Geschichtsdidaktik. Dabei steht die Untersuchung als Transkriptes dokumentierte Doppelstunde zur Oktoberrevolution im Mittelpunkt der Untersuchung.

ZunĂ€chst geht es um eine ausfĂŒhrliche ErlĂ€uterung der Frage, was ĂŒberhaupt guten Geschichtsunterricht ausmacht. Dann werden QualitĂ€tsmerkmale von Geschichtsunterricht aus SchĂŒler- und Lehrerperspektive untersucht. Anschließend stehen Perspektiven von Geschichtsdidaktikerinnen und Geschichtsdidaktikern im Mittelpunkt. Michael Sauer untersucht in seinem Beitrag die verschlungenen Wege einer Unterrichtsstunde zur Russischen Revolution. Peter Gautschi, Karin Barth und Hans Utz gehen auf die kriteriengeleitete Beurteilung von Geschichtsunterricht ein. Andreas Körber untersucht die Bedeutung von Begriffen als Voraussetzung und Gegenstand historischen Lernens. Gerhard Henke-Bockschanz und Christian Mehr sprechen ĂŒber die Möglichkeiten historischen Verstehens im Unterricht als sozialer Praxis. Michele Barricelli untersucht die Versuche narrativer Kunst im Geschichtsunterricht, wĂ€hrend Wolfgang Hasberg sich mit dem historischen Denken im Handlungszusammenhang Geschichtsunterricht beschĂ€ftigt.

Danach geht um die Perspektive der Fachleiter: Kristina Lange stellt Überlegungen zu fachbezogenen QualitĂ€tsmerkmalen aus der Sicht der zweiten Phase der Lehrerausbildung dar. Johannes Heinßen gibt Einblicke in eine Geschichtsstunde unterhalb von Kompetenzdebatte und Curriculumsstreit. Ludger Schröer macht eine Einmischung in Hausaufgabenbesprechung und LehrererzĂ€hlung zum Thema.

Abschließend fasst Hilke GĂŒnther-Arndt die BeitrĂ€ge nochmals zusammen und entwickelt daraus Perspektiven fĂŒr QualitĂ€tsmerkmale eines guten Geschichtsunterrichts. Dabei stellt sie fest: „Die Beschreibung und Analyse einer Geschichtslektion kann selbstverstĂ€ndlich nur explorativ sein, entweder um theoretische PrĂ€missen empirisch zu plausibilisieren oder um Forschungshypothesen zu generieren. Insgesamt erweist sich dafĂŒr die genaue Unterrichtsbeschreibung als sinnvolles Instrument, wobei die sequenzielle Unterrichtsbeschreibung im Hinblick auf die Generierung von QualitĂ€tsmerkmalen besonders geeignet scheint, weil sie die Prozesshaftigkeit von Unterricht und Lernen abbildet. Um QualitĂ€tsmerkmale empirisch zu untermauern, mĂŒsste in weiteren Forschungen allerdings deren Wirksamkeit in Interventionsstudien, sogenannten teaching experiments, genauer untersucht werden.“ (S. 231)

In der Tat kann die erste und die zweite Ausgabe dieses Bandes als weitergehende Entwicklung bezeichnet werden, was die QualitĂ€tsmerkmale von gutem Geschichtsunterricht betrifft. Allerdings wĂ€ren antiautoritĂ€re Planungsschritte wie die selbstĂ€ndige Erarbeitung bestimmter Sachverhalte in kleineren Gruppen oder fĂ€cherĂŒbergreifende Formen des Unterrichtes noch zu diskutieren gewesen. Guter Unterricht lĂ€sst sich nicht nur am Verstehen des Unterrichtsstoffes festmachen, sondern auch darin, SchĂŒlerinnen und SchĂŒler einen selbstĂ€ndigen Weg zu vermitteln, Geschichte zu erfahren und zu erleben und sei es nur zur besseren Vorbereitung auf ein mögliches Geschichtsstudium.

Insgesamt gesehen bietet der Sammelband aber eine wissenschaftlich fundierte Weiterentwicklung von Geschichtsunterricht, der die fachliche Diskussion sicherlich befruchtet, aber natĂŒrlich kein endgĂŒltiges Ergebnis liefern kann und will.

Alexander Graf/Holger Schneider: Das E-Commerce-Buch. Marktanalysen, GeschÀftsmodelle, Strategien, dfv-Mediengruppe, 2. Auflage, Frankfurt/Main 2017, ISBN: 978-3-86641-307-8

Der Handel im Internet hat seit seinen Anfang vor etwa 20 Jahren das Verkaufssegment revolutioniert und ist immer wieder VerĂ€nderungen unterworfen. GrundĂŒberzeugungen und Strategien von heute werden in fĂŒnf bis zehn Jahren keine GĂŒltigkeit mehr besitzen.

Dieses Buch erscheint in der zweiten Auflage und ist aufgrund der sich laufend verĂ€ndernden MarktrealitĂ€t vollstĂ€ndig aktualisiert worden und um einige Facetten erweitert worden, wie zum Beispiel die Situation des Digital Business in China. Es dient wiederum als EinfĂŒhrung in das E-Commerce, dem sich kaum noch große Firmen entziehen können, und die Strategieentwicklung der großen Unternehmen der Branche mitsamt einer perspektivischen Bewertung.

Im ersten Kapitel werden sechs Handelsmodelle (Online-MarktplĂ€tze, Online-HĂ€ndler- IntermediĂ€re, Katalogversender, stationĂ€re HĂ€ndler und Hersteller Marken) vorgestellt und die Entwicklungstendenzen auf dem Markt nĂ€her beleuchtet. Dann geht es um die WertschĂ€tzungsstufen im Digitalen Handel: Beschaffung, ProduktprĂ€sentation, Marketing, Vertrieb, Kaufabwicklung, Logistik, Kundenservice. Weiterhin werden die fĂŒnfzig der grĂ¶ĂŸten und einflussreichsten E-Commerce-Unternehmen weltweit vorgestellt: „FĂŒr die Auswahl der Fallbeispiele wurden zum einen die UmsatzgrĂ¶ĂŸe und zum anderen der Innovationsgrad betrachtet. HierfĂŒr haben wir neben Markreports und Datenbanken auch unsere eigenen Praxiskenntnisse genutzt, um ihnen die verschiedensten GeschĂ€ftsmodelle vorzustellen.“ (S.223) Dabei werden StĂ€rken und SchwĂ€chen der jeweiligen Unternehmen herausgearbeitet und eine vorsichtige Zukunftsprognose erstellt. Abschließend werden Strategieoptionen im E-Commerce noch nĂ€her beleuchtet.

Das Buch ĂŒberzeugt durch einen theoretischen EinfĂŒhrungsteil als auch durch die vielen praktischen Beispiele, an denen man eine Menge lernen kann. Dieses Buch ist fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte in E-Commerce-Unternehmen, Einsteiger wie auch Studierende von verschiedenen wirtschaftswissenschaftlichen FĂ€chern geeignet, um die Grundlagen des E-Commerce kennenzulernen.

Gisbert Groh/Volker Schröer: Sicher zur Kauffrau/zum Kaufmann fĂŒr BĂŒromanagement. Der gesamte PrĂŒfungsstoff in einem Buch, Merkur Verlag, Rinteln 2017, 3. Auflage, ISBN: 978-3-8120-0481-7

Die beiden Autoren Gisbert Groh und Volker Schröer sind beide selbst Diplom-KaufmĂ€nner und geben jede Menge praktische Anwendungen den Lernenden in diesem PrĂŒfungswerk an die Hand. Bei der Auswahl der Buchinhalte und Aufgaben wurden der PrĂŒfungskatalog fĂŒr die IHK-AbschlussprĂŒfung und der Rahmenlehrplan mitberĂŒcksichtigt.

Im ersten Teil geht es um den Schwerpunkt des informationstechnischen BĂŒromanagements wie wirtschaftliche AblĂ€ufe, Informationsverarbeitung oder Arbeitsschutz. Danach werden im zweiten Teil die Kundenbeziehungsprozesse dargestellt. Die kundenorientierte Abwicklung, die personalbezogenen Aufgaben, die kaufmĂ€nnische Steuerung und Grundlegendes in Wirtschaft und Sozialkunde werden dort vermittelt. Im dritten Teil geht es um Wirtschaftsrechnen und Statistik, FinanzbuchfĂŒhrung, Controlling und die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung. Anschließend kommt einer der wichtigsten Teile mit Übungsaufgaben aus allen bisher vorgestellten Bereichen. Dort kann der oder die Lernende den aktuellen Leistungsstand ĂŒberprĂŒfen und sich dann selbst einschĂ€tzen, welche Gebiete noch einmal wiederholt werden mĂŒssen. Ein umfangreiches Register am Schluss des Buches trĂ€gt dazu bei, Begriffe und Sachgebiete leicht zu finden.

Insgesamt gesehen ist dieses Buch ein Standardwerk fĂŒr Auszubildende, das auf dem aktuellen Stand des Wissens gebracht wurde. FĂŒr Leute in der Ausbildung ist dieses Buch gut zum selbstĂ€ndigen Lernen geeignet und bietet alle Voraussetzungen, um die PrĂŒfung erfolgreich absolvieren zu können. Es ist aber auch fĂŒr Lehrende geeignet, um den Unterricht vorzubereiten oder Fragestellungen fĂŒr PrĂŒfungsaufgaben zu finden.

Tim Reichel: Bachelor of Time. Zeitmanagement im Studium, Studienscheiss, Aachen 2017, ISBN: 978-3-981891-0-6

Tim Reichel grĂŒndete 2014 den Blog studienscheiss.de, wo er regelmĂ€ĂŸig Artikel zu allen Themen rund um das Studentenleben und gibt praktische Tipps, wie man den studentischen Alltag besser gestalten kann.

Eine klare Ordnung und gute Organisation kann Ihnen dabei helfen, eine Menge Zeit zu sparen, da Sie unnötige Zeitfresser erkennen und beheben können. Selbstorganisation hilft außerdem dabei, anfallende Aufgaben schneller zu bearbeiten und so am Ende des Tages mehr Zeit fĂŒr andere Dinge zur VerfĂŒgung zu haben.

Reichel geht davon aus, dass man an der UniversitĂ€t vollgestopft wird mit Fachwissen und kaum etwas ĂŒber Zeitmanagement oder produktive Selbstorganisation lernt. Er will in diesem Buch zeigen, „wie du dein Zeitmanagement von Grund auf verbessern kannst und dein Studium so organisierst, dass du weniger lernen musst und gleichzeitig bessere Noten bekommst.“ (S. 12)

Er verspricht die „Kontrolle ĂŒber dein Studentenleben zurĂŒck und hast am Ende mehr Freizeit auf einem höheren QualitĂ€tslevel.“ (Ebd.)

Er packt die Kapitel in Semester, es beginnt mit den Ziele festlegen, dann kommt PrioritÀten setzen, PlÀne schmieden, endlich anfangen, produktiv werden, Gewohnheiten aufbauen.

Dort werden die wichtigsten Zeitmanagementtheorien vorgestellt, mit zahlreichen Beispielen aus dem studentischen Alltag. Dieses Buch bietet gute Anregungen aus der studentischen Praxis, man muss sich darauf einlassen und dann die Tipps dem eigenen Leben anpassen.

Russisch mit System. Der Intensiv-Sprachkurs mit Buch, 4 Audio-CDs und 1 MP3-CD, Langenscheidt 2017, ISBN: 978-3-468-80443-4

Russisch ist eine Weltsprache: Es gibt mehr als 170 Mio. Muttersprachler Russisch und ca. genauso viel, die Russisch als Zweitsprache beherrschen. Es ist die zweithĂ€ufigste Sprache nach dem Englischen im Internet ist. Russische Sprache ist eine der internationalen Verkehrssprachen, die von fast 300 Mio. Menschen als Erst- oder Zweitsprache gesprochen wird. Russisch ist logischerweise die Amtssprache in Russland, teilweise auch in Weißrussland, in der Ukraine, Moldawien, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan. Als Zweitsprache ist Russisch auch in den baltischen LĂ€ndern Lettland, Estland und Litauen verbreitet ist.

Zusammen mit Englisch, Französisch, Spanisch, Arabisch und Chinesisch ist Russisch eine der Sprache der Vereinigten Nationen (UNO) ist Da Russland immer schon zu den hegemonialen LĂ€ndern Europas und Asiens gehörte, gilt russisch als eine der Sprachen, aus der die BĂŒcher in anderen Sprachen ĂŒbersetzt werden und auf deren wissenschaftlichen Artikeln aus verschiedenen Bereichen verfasst werden. In der frĂŒheren DDR war Russisch eine der Pflichtfremdsprachen, die außerdem die Eintrittskarte zu einer höheren Karriere in der Partei war. Nach der Wende und dem Zusammenbruch des osteuropĂ€ischen Staatssozialismus war Russisch als Sprache nicht mehr aktuell, da Russland als Nachfolgestaat der Sowjetunion nicht mehr als Weltmacht gesehen wurde. Mit dem verstĂ€rkten Handel mit Russland und die Zuwanderung von Russlanddeutschen in die Bundesrepublik erfuhr das Erlernen der Sprache eine Renaissance.

Wer nun diese zugegeben schwierige Sprache nicht in einem Kurs individuell lernen möchte, sollte sich den Intensiv-Sprachkurs zulegen. Es wird nach neusten Lernprinzipien gearbeitet: ein Buch, vier Audio-CDs und 1 MP3-CD sind in diesem Sortiment enthalten, die von Muttersprachlern vorgesprochen wird. Die jeweiligen Lektionen sind klar gegliedert und bauen aufeinander auf. Hör- und SprechĂŒbungen zur ÜberprĂŒfung des Lernfortschritts und ausfĂŒhrliche ErklĂ€rungen zur Sprache runden den individuell gestalteten Sprachkurs ab.

NatĂŒrlich fehlt die Unterhaltung und das stĂ€ndige Sprechen in Russisch, das aber ergĂ€nzt werden kann durch den Kontakt mit Muttersprachlern oder noch besser eine Reise nach Russland oder anderer LĂ€nder, wo vermehrt Russisch gesprochen wird. Als GrundausrĂŒstung bietet sich dieses Paket an, viel besser als Mogelpackungen wie Babbel und Co.

Fredrike Banning: Positive Supervision und Intervision, hogrefe Verlag, Göttingen 2017, ISBN: 978-3-8017-2804-9

Supervision findet heutzutage in fast allen Berufsgruppen statt und ist ein fester Bestandteil jedes mittleren Unternehmens oder im öffentlichen Dienst gerade in den sozialen Berufen. Bei der traditionellen Supervision geht es hauptsĂ€chlich um Probleme, Sackgassen oder andere negative Dinge. In seltenen FĂ€llen werden Erfolge oder Kompetenzerweiterung angesprochen oder erreicht. Die positive Supervision hat jedoch ein anderes Konzept: Dort sollen Kompetenzen herausgearbeitet werden zur persönlichen Weiterentwicklung der teilnehmenden Personen (Solutions-Building-Modell). Um dieses Thema geht es in dem Fachbuch: ZunĂ€chst werden die theoretischen HintergrĂŒnde und die Anwendungsmöglichkeiten vorgestellt. Dann geht es um die vier KonzeptstrĂ€nge (Ziele, Finden von Kompetenzen, Ausarbeitung, Reflexion) der positiven Supervision und Intervision. Außerdem werden verschiedene praktische Übungsmöglichkeiten und Fallbeispiele besprochen. Zum Schluss berichtet Teilnehmer von ihren persönlichen Erfahrungen mit der positiven Supervision.

Die Zielgruppe des Buches ist weit gestreut: „Dieses Buch ist fĂŒr alle diejenigen gedacht, die die Rolle des Supervisors in Unternehmen der freien Wirtschaft oder im öffentlichen Dienst ĂŒbernehmen, zum Beispiel erfahrene Mitarbeiter, die einem Junior-Kollegen oder Junior-Trainee Supervision geben. Dieses Buch wurde auch fĂŒr Menschen geschrieben, die in der Psychotherapie, im Coaching oder der Meditation ihren Kollegen Supervision geben. (
) Dieses Buch ist außerdem fĂŒr alle Supervisanden (
) und alle Intervisanden gedacht, damit sie ihre Kompetenz erweitern und ihre Arbeitsfreude steigern können.“ (S. 11)

Positive Supervision fĂŒhrt laut Studien zu weniger psychischen Krankheiten in helfenden Berufen und könnte ein Katalysator fĂŒr mehr Leistung und Zufriedenheit am Arbeitsplatz sein. Richtig angewendete positive Supervision ist daher ein Gewinn fĂŒr alle Beteiligten. Daher spricht nichts dagegen, dieses sachlich gut geschriebene Buch weiterzuempfehlen.

 

Eintrag im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek:

ISBN: 978-3-7815-2067-7 .